Eines Tages folgte mir ein Junge auf der Straße. Vielleicht ein Dieb,
dachte ich, und hielt meine Tasche eng an mich gedrückt. Ich fragte
ihn: „Warum läufst du hinter mir her?“ Der Junge bat um Geld. Er lebe
auf der Straße und wolle sich Seife kaufen. Ich gab ihm 50 Schilling.
Aber er folgte mir weiter. Ich nahm ein Matatu, einen der Taxibusse.
Er stieg hinter mir in das Auto.
„Was machst du?“, fragte ich. „Ich folge dir“, sagte er. „Wohin?“,
fragte ich. „Ich kenne dich nicht. Du kennst mich nicht.“ Aber er ließ
nicht locker. Er lief mir den ganzen Weg bis nach Hause hinterher.
Schließlich sagte ich zu ihm, es sei okay. Er könne bleiben.
Abubakar war das erste Straßenkind, das ich aufnahm. Der Junge
war dreizehn Jahre alt. Ich habe selbst drei Kinder, zwei Söhne und eine
kleine Tochter. Ich lebe von Gelegenheitsjobs. Ich gehe bei Leuten putzen, wasche ihre Kleidung. Manchmal arbeite ich auch in einem Büro
am Empfang. Jeden Tag sehe ich Kinder am Straßenrand. Manche sind
barfuß. Viele haben seit Tagen nichts gegessen. Ich meldete Abubakar
in einer Schule an. Er ist ein guter Schüler, bekam sogar ein Stipendium.
Seither habe ich immer wieder Kinder aufgenommen. Ich glaube,
von da an hatte ich einfach die Leidenschaft, mich um sie zu kümmern.
Ich habe sogar eine Organisation dafür gegründet. Sie heißt „TATUA
SOULS“. Das ist ein Begriff aus der Kisuaheli-Sprache und bedeutet
so viel wie „Lösung für unsere Probleme in Kibera“. Ich frage mich
immer, was wird aus den Kindern, wenn ich ihnen mit dem wenigen,
was ich habe, nicht helfen kann?

»Eines Tages folgte mir ein Junge auf der Straße. Vielleicht ein Dieb, dachte ich, und hielt meine Tasche eng an mich gedrückt. Ich fragte ihn: „Warum läufst du hinter mir her?“ Der Junge bat um Geld. Er lebe auf der Straße und wolle sich Seife kaufen. Ich gab ihm 50 Schilling. Aber er folgte mir weiter. Ich nahm ein Matatu, einen der Taxibusse. Er stieg hinter mir in das Auto. „Was machst du?“, fragte ich. „Ich folge dir“, sagte er. „Wohin?“, fragte ich. „Ich kenne dich nicht. Du kennst mich nicht.“ Aber er ließ nicht locker. Er lief mir den ganzen Weg bis nach Hause hinterher. Schließlich sagte ich zu ihm, es sei okay. Er könne bleiben. Abubakar war das erste Straßenkind, das ich aufnahm. Der Junge war dreizehn Jahre alt. Ich habe selbst drei Kinder, zwei Söhne und eine kleine Tochter. Ich lebe von Gelegenheitsjobs. Ich gehe bei Leuten putzen, wasche ihre Kleidung. Manchmal arbeite ich auch in einem Büro am Empfang. Jeden Tag sehe ich Kinder am Straßenrand. Manche sind barfuß. Viele haben seit Tagen nichts gegessen. Ich meldete Abubakar in einer Schule an. Er ist ein guter Schüler, bekam sogar ein Stipendium. Seither habe ich immer wieder Kinder aufgenommen. Ich glaube, von da an hatte ich einfach die Leidenschaft, mich um sie zu kümmern. Ich habe sogar eine Organisation dafür gegründet. Sie heißt „TATUA SOULS“. Das ist ein Begriff aus der Kisuaheli-Sprache und bedeutet so viel wie „Lösung für unsere Probleme in Kibera“. Ich frage mich immer, was wird aus den Kindern, wenn ich ihnen mit dem wenigen, was ich habe, nicht helfen kann?«